FAKTEN

Die sogenannte Güter-Umgehungs-Bahn (GUB) Ist nicht als Solche geplant gewesen,sondern in mehreren Teilstücken ab 1902 gebaut und diente zur Versorgung kleiner Güterbahnhöfe: Barmbek,Ohlsdorf.

Erst im 2. Weltkrieg wurde die Verbindung mit der von Eidelstedt kommenden Stichbahn hergestellt, um den von Bomben zerstörten Hauptbahnhof umfahren zu können. Die Betriebsgenehmigung für die durchgehende Strecke stammt aus dem Jahr 1941. Heute leben insgesamt etwa 50-60 000 Menschen in den dichtbesiedelten, von den Folgen der Ertüchtigung betroffenen Stadtteilen.

Der ca. 15km lange Abschnitt zwischen dem 2-gleisig ausgebautem Ein-/Ausfädelungsabschnitt in Eidelstedt und dem ebenfalls 2-gleisig ausgebautem Abschnitt Rothenburgsort-Abzweig Rahlstedt ist die Strecke lediglich ertüchtigt worden. Für diesen Streckenabschnitt war weder eine Planfeststellung noch eine Plangenehmigung notwendig. Die Verpflichtung, Lärmschutzmaßnahmen an diesem Streckenabschnitt vorzusehen, bestand nicht.

Ziel ist die Kapazität der Strecke zu erhöhen anstatt 30 befahren zukünftig 84 Güterzüge täglich die Strecke. Nachts ist ein 12-Minuten-Takt vorgesehen. Die Zuglänge wird von 480 m auf 650 m (+170 m) erhöht. Die Geschwindigkeit wird von 40 bis 60 km/h auf 80 km/h erhöht.

Die Bürgerschaft hat am 11.10.2006 beschlossen, sich mit 50 % an Lärmschutzmaßnahmen zu beteiligen: Die anderen 50 % sollen von Anwohnern getragen werden. In den Stadtteilen Alsterdorf bis Niendorf kam eine solche Beteiligung der Anwohner zustande. Dort wird es Lärmschutzwände geben, die vom Bund, der Stadt und den Bürgern finanziert werden. In Barmbek, Dulsberg, Eilbek und Hamm verweigert der Bund Zahlungen aus dem Programm für Lärmsanierung, weil dort vereinzelt Lärmschutzfenster gefördert wurden. Absurd: Schon ein einziges Fenster reicht aus, und alle Nachbarn rundherum werden bestraft, in dem es für Sie dann keinen weiteren Lärmschutz gibt? Und: Im östlichen Bereich der Strecke ist die soziale Struktur vollkommen anders. Allein aus sozialen Gründen muss die Stadt für Lärmschutz eintreten - aber bitte keine halben Lösungen. Letztlich ist die Stadt verantwortlich für diese Verkehrspolitik. Es kann ja nicht sein, dass der Hafen brummt und mit Gütertransport satt verdient wird, aber für die Folgen des Hafenwachstums nun keiner aufkommen will.

Auf der Strecke werden jede Art von Gefahrgütern transportiert. Nach Auskunft der Bahn ist rund jede siebte Tonne Fracht, die mit der Bahn befördert wird, "Gefahrgut". Die Zugfolge wird immer dichter. Damit steigt auch das Risiko eines Unfalls ( wir erinnern uns an Tornesch ) Nur hier führt die Strecke nicht über grüne Wiesen sondern teilweise nur wenige Meter an Wohnhäusern vorbei. Für Autobahnen gibt es gesetzliche Regelungen über Strecken auf denen keine Gefahrguttransporte zulässig sind. Warum nicht auch für Eisenbahnen?