Prof. Schmitz: Zusammenfassung des Vortrages „Lärm und Gesundheit" vom 16.01.2008

Heute haben die meisten Lärm-Attacken keine warnende Funktion mehr sondern entstehen als überflüssige Abfallprodukte bei Fahrzeugen, die Tag und Nacht in Betrieb sind.

Durch Lärm kommt es zu erheblichen Beeinträchtigungen der menschlichen Gesundheit. Zahlreiche statistische Untersuchungen zeigen ganz deutlich, dass Lärmstress mit Bluthochdruck verbunden ist. Dabei wurden lärmbelastete Menschen (bis zu 40000 Untersuchte) mit entsprechenden Gruppen in ruhiger Umgebung verglichen.

Im Schlaf-Laborversuch zeigt sich, dass Fluglärm während der Nachtruhe vor allem den Tiefschlaf stört ( Lares Studie).

In einer aktuellen Untersuchung (PNAS 2008) wurde systematisch über Kontrolle der Hirnstromkurven (EEG) bei Versuchspersonen der Tiefschlaf gestört, der während der üblichen 8 Stunden Schlaf viermal erreicht wird. Dabei glaubten die Personen, durchgeschlafen zu haben. Teilweise wurden die Schlafstörungen (Verlust der Delta-Wellen) schon mit 40 dB (Dezibel) erreicht. Bereits nach drei Versuchsnächten zeigte sich bei fast allen Probanden mit dem Verlust des Tiefschlafes (Delta- Wellen) eine gestörte Glukosetoleranz. Das bedeutet, dass sich bereits eine Typ-2 Zuckerkrankheit entwickelte, die allerdings nach Beendigung der Lärmstörung wieder rückläufig war.

Zuckerkrankheit, vor allem im Alter, stellt eine sehr häufige Gesundheitsbelastung dar und ist ohne ständige Behandlung oft mit Gefäßleiden und Adipositas (Fettleibigkeit) verbunden. Mit den Versuchen zur Störung des Tiefschlafes wird zum ersten Mal nicht nur statistisch sondern auch im direkten Experiment gezeigt, dass eine häufig unterbrochene Nachtruhe, die nicht zum Aufwachen führen muss, bei fast allen gesunden Menschen zu deutlichen Stoffwechsel - Störungen führen kann. Es ist anzunehmen, dass solche chronischen Lärm-Störungen in Zuckerkrankheit, Hochdruck und "Obergewicht münden können.

Bei der Beurteilung der Lärmbelastung durch Fahrzeuge wäre die Aufweckwahrscheinlichkeit ein besseres Maß für die Störung des Schlafes als die mittlere Geräuschemission in dB (Dezibel). Noch genauer – aber auch komplizierter – wäre die Messung der Beeinträchtigung des Tiefschlafes.

H. Schmitz 19.01.08

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