Demonstration gegen Schienenlärm in Barmbek

Demonstration gegen Schienenlärmam 22.09.07:

300 Betroffene protestierten am Sonnabend am S-Bahnhof Barmbek für Lärmschutzwände auf der gesamten Länge der Güterumgehungsbahn.

Herbert Schalthoff von Hamburg 1 moderierte ein Streitgespräch der Politiker zum Lärmterror an der Güterumgehungsbahn vor Hertie

"100 000 Menschen sind betroffen", sagt Vera Mewing vom Verein Lärmschutz für Barmbek und Dulsberg. Der Kampf ist nicht zu Ende, bekräftigt der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Wilfried Buss, Mieter müssten Druck auf Vermieter machen, sich an den Schutzwänden zu beteiligen. "Wir befürchten eine Entwertung der Stadtteile", sagt Wilfried Lehmpfuhl vom Mieterverein zu Hamburg. Die Menschen würden aus dem Stadtteil getrieben. Nachrücken würden Menschen, die ihr Augenmerk allein auf niedrige Mieten richten. Doch auch dort, wo die Wände sicher kommen werden, ist man sauer: "400 000 Euro haben wir zusätzlich gespendet, damit die Lärmschutzwand höher und länger wird", sagt der Groß Borsteler Sven Brücker. Doch auf jeden Meter Lärmschutzwand will die Bahn zu den Baukosten 30 Prozent für die Planung und 23 Prozent als Ablöse für den späteren Abbau und die Wartung der Wände aufschlagen. "Damit ist die Summe quasi nur noch die Hälfte wert", empört sich Brücker. "9000 Euro pro Meter Lärmschutzwand ist Abzocke", sagt Uwe Schröder von der IG Schienenlärm. Unsere Hauptforderung nach Lärmschutzwänden und zusätzlichen Lärmschutzfenstern in den oberen Stockwerken hat durch die Veranstaltung an Nachdruck gewonnen. Diese Forderung und der wachsende Widerstand im östlichen Abschnitt ist offensichtlich bei den anwesenden Politikern angekommen. Bisher haben alle Fraktionen damit spekuliert, dass es bei uns wenig Gegenwind gibt, und sie nichts tun müssen! Das Hauptthema ist jetzt: wann stehen die Wände bei uns? Wie sieht die Finanzierung aus? Dies wird nicht bis zum Start des Lärmterrors erfolgen können.

Deshalb sind Übergangsregelungen zwingend erforderlich! Wir hoffen, dass es kein Wahlkampfspektakel war, sondern dass jetzt an schnellen und konkreten Lösungen gearbeitet wird. Das Bundesverkehrsministerium setzt sich dafür ein, dass eine Verrechnung der Kosten vom bereits eingebauten passiven Lärmschutz gegen den nun nachträglich vorgesehenen aktiven Lärmschutz erfolgt. Dies betrifft die Stadtteile Barmbek, Dulsberg und Eilbek/Hamm.- "Daneben bitten wir die DB Netz AG kurzfristig zu klären, ob nicht bis zur vollständigen Verwirklichung des Lärmschutzes vor allem nachts eine Geschwindigkeitsbegrenzung vorgesehen werden kann. Schließlich soll geprüft werden, ob die Ablöseberechung in Hinblick auf die finanzielle Bürgerbeteiligung auf eine geänderte Grundlage gestellt werden kann. Außerdem wollen wir wissen, mit welcher Begründung von der DB AG von einem 30prozentigen Planungskostenanteil ausgegangen wird,"sagte Tiefensee. Hier erwarten wir, daß in Kürze eine konkrete Aussage aus Berlin kommt.